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Montag, 23. August 2010

Break






Break
(Break)
mit Lili Schackert, Esther Maaß, Ralph Willmann, Marina Anna Eich, Thelma Buabeng, Sebastian Badenberg, Patrick Jahns, Meelah Adams, Annette Kreft, Christian Jungwirth
Regie: Matthias Olof Elch
Drehbuch: Matthias Olof Elch
Kamera: Robert von Münchhofen
Musik: Thorsten Engel
Keine Jugendfreigabe
Deutschland / 2009

Um sie von ihren Problemen mit Ihrem Ex-Freund abzulenken, laden die 3 Mädels Rose, Clare und Anna ihre Freundin Sarah zu einem Wochenende in den kanadischen Wäldern ein. Nach einer langen Wanderung erreicht das Quartett einen wunderschönen und scheinbar von Menschen unberührten See. Das warme Wetter und ein paar kühle Bier lassen die Clique schnell ihre Großstadt-Probleme vergessen ... bis Anna auf einen Haufen Eingeweide stößt ... neben dem ein paar menschliche Füße von einem Baum hängen. Schnell wird den Frauen klar, dass irgendjemand in dieser Gegend Jagd auf Menschen anstatt auf Tiere macht. Doch die Erkenntnis kommt zu spät. Die für die Mordfälle verantwortlichen Rednecks greifen die Mädchen-Gruppe mit Pfeil und Bogen an. Clare wird tödlich verletzt, während Anna und Rose gefangen genommen werden. Nur Sarah kann entkommen und versucht, Hilfe zu holen. Doch die Jäger sind ihr bereits auf der Spur. Und sie kennen ihr Territorium weitaus besser als Sarah ...


Was soll man schon im Vorfeld von einem Backwood-Slasher erwarten, der in der hier vorliegenden Version um fast 8 Minuten !!! geschnitten werden musste, um das Zertifikat "Keine Jugendfreigabe" zu erhalten? Man schraubt von Anfang an die Erwartungen ziemlich nach unten und harrt der Dinge, die dann auf einen zukommen. Nun entpuppt sich aber diese Version als gar nicht einmal so unblutig, wie man aufgrund der Kürzungen erwarten könnte, denn es gibt durchaus einige härtere Passagen und auch das Kunstblut ist in ausreichender Menge vorhanden, so das sich die eigentlichen Defizite dieser deutschen Amateur-Produktion an ganz anderen Stellen äusserst offensichtlich in den Vordergrund rücken. Sicherlich ist das Bemühen von Regisseur Matthias Olof Elch durchaus zu erkennen, hier einen Backwood-Horrorfilm an den Start zu bringen, der an amerikanische Genre-Vertreter wie beispielsweise "Wrong Turn" erinnern soll, doch die Umsetzung der doch extrem ausgedünnten Geschichte ist nicht so ganz gelungen, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

"Break" wird ganz sicher in seiner ungeschnittenen Version eine gewaltige Schippe in Sachen Härte und Brutalität zulegen, was ja in der heutigen Zeit als vollkommen ausreichend erscheint, um einen Großteil der Horror-Fans zufriedenzustellen, wer allerdings immer noch ein wenig Anspruch an einen Film stellt, der wird hier nicht unbedingt auf seine Kosten kommen. Die Story ist ganz einfach viel zu platt und kommt über einige gute Ansätze einfach nicht hinaus. Zudem gestaltet sich die erste Filmhälfte äusserst langatmig und vollkommen ereignislos, denn der Zuschauer wird lediglich mit den 4 Mädchen und ihren ständigen gegenseitigen Neckereien konfrontiert, die ausserdem noch mit recht sinnbefreiten Dialogen angereichert wurden, die keinerlei Substanz bieten und streckenweise sogar eher befremdlich erscheinen. Es werden nur Beziehungsthemen diskutiert oder sexuelle Anspielungen gemacht, so das man den Gesprächen nun wirklich nicht viel abgewinnen kann.

Als dann nach gut 40 Minuten endlich einmal etwas Action Einzug in die Story hält, werden die aufkeimenden Hoffnungen aber auch gleich wieder zerstört, denn was sich dem betrachter nun präsentiert, ist doch an unlogischem Verhalten und einem Geschehen fernab jeglicher Realität kaum zu überbieten. Sicherlich ist unlogisches Verhalten der Protagonisten in Horrorfilmen keine weltbewegende Neuigkeit, kennt man das doch aus etlichen Genre-Vertretern, doch die hier stattfindenden Ereignisse tragen phasenweise schon recht grotesk anmutende Züge und tragen nicht unbedingt dazu bei, das bis hierher gewonnene Gesamtbild aufzuwerten. So übertreffen sich Jäger wie auch Gejagte an dümmlichen Verhalten, stellvertretend dafür sei nur die Passage angeführt, wo eines der Mädchen ihrem Peiniger in einer Höhle mit spielerischer Leichtigkeit entkommen kann, um dann postwendend gegen einen Baum zu laufen, um ohnmächtig zu werden. Dabei ist diese Szene noch als eine der etwas realistischeren anzusehen, denn die realitätsfremde Inszenierung hat damit noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht. Hier werden auch die anatomischen Grundgesetze vollkommen ad absurdum geführt, denn offensichtlich plazierte Bauchschüsse oder Kugeltreffer knapp neben dem Herzen sind keineswegs als Behinderung der Getroffenen anzusehen, die sich munter weiterbewegen und gar nicht daran denken, das Zeitliche zu segnen.

Selbst ein offener Knochenbruch am Bein stellt kaum eine Behinderung dar, viel eher scheint dies als zusätzliche Motivation zu gelten, so das die Betroffene Person letztendlich sogar noch über sich hinauswächst und sich einen fast schon heldenartigen Status erarbeitet. Desweiteren können auch leichte Explosionen ein Auto nicht daran hindern, immer noch fahrtüchtig zu sein und letztendlich als Hilsmittel zu gelten, um die Stätte des Massakers lebend zu verlassen. Diese und andere Peinlichkeiten sind in diesem Film zur Genüge vorhanden und können dem ganzen sogar eine extrem trashige Note verleihen, so das man das Werk von Matthias Olof Elch widerum als gelungenen Trashfilm ansehen könnte, nur ist er ganz sicher nicht als solcher produziert worden. Es fällt äusserst schwer, dieses Werk selbst unter dem Gesichtspunkt, das es sich um eine Amateur-Produktion handelt ernst zu nehmen, denn die teilweise vorhandene Absurdität der Ereignisse sind selbst für eingefleischte Horror-Fans nicht leicht zu verdauen, es fehlt dem Film an allen Ecken und Enden an Authenzität und Glaubwürdigkeit. Hinzu kommen die extrem farblosen Charaktere, denn deren Darsteller übertreffen sich in einer Ansammlung an schauspielerischem Unvermögen, das ganzzeitig im Vordergrund einer Geschichte steht, die seltsam unausgegoren daherkommt und zu keiner Zeit wenigstens etwas Faszination ausstrahlt, die sich auf den Zuschauer übertragen könnte. Auch echte Spannung oder eine für einen solch gelagerten Film fast zwingende Atmosphäre kommt so gut wie nie auf. Auch wenn es sich um eine Low Budget Produktion (geschätzte 300.000 Euro) handelt, hätte man selbst mit diesem eher geringen Budget eine Menge mehr bewerkstelligen können, doch Dinge wie Innovation oder Kreativität sind hier leider überhaupt nicht zu erkennen, so das im Endeffekt nicht mehr übrigbleibt als ein weiterer Horrorfilm, der sich maximal in den unteren Gefilden des Genres ansiedeln kann.


Fazit:


"Break" ist ein Horrorfilm, der ganz sicher keinen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt, eine sehr stumpfe und flache Geschichte wurde zudem noch recht realitätsfremd und ohne jegliche Logik umgesetzt. So stören noch nicht einmal in erster Linie die fehlenden gut 8 Minuten, die das Werk zwar sicherlich erheblich härter erscheinen lassen, es ist die fehlende Substanz einer Story, die bis auf diverse peinlichkeiten eigentlich nichts zu bieten hat. Wenn man dem Schnittbericht glauben darf, werden Gorehounds bei der ungeschnittenen Version bestimmt auf ihre Kosten kommen, wer jedoch etwas mehr als nur Härte erwartet, der sollte sich genau überlegen, ob dieser Film das Richtige für ihn ist. Meine Erwartungen wurden jedenfalls total enttäuscht, wobei ich anmerken möchte, das diese nicht unbedingt auf den Härtegrad bezogen waren. Horrorvielseher können sicher einen Blick riskieren, doch eine wirkliche Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 80 Minuten
Extras: Trailer, Musikvideo, Websodes


3/10

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