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Montag, 21. Mai 2012

Das Kabinett des Schreckens









Das Kabinett des Schreckens
(The Funhouse)
mit Elizabeth Berridge, Shawn Carson, Jeanne Austin, Jack McDermott, Cooper Huckabee, Largo Woodruff, Miles Chapin, David Carson, Sonia Zomina, Ralph Morino, Kevin Conway, Herb Robins
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Lawrence Block
Kamera: Andrew Laszlo
Musik: John Beal
FSK 16
USA / 1981

Amy und ihr Freund Buzz gehen zusammen mit einem befreundeten Teenagerpärchen zum Rummel. Nach Achterbahn, Riesenrad und Süßigkeiten wollen sie noch ins "Funhouse", eine Freak- und Grusel-Show. Gegenseitig ziehen sie sich auf, wer am meisten Angst hat, bis sie aus einer Laune heraus beschließen, sich über Nacht in der Geisterbahn einsperren zu lassen. Der Spaß hat leider allzuschnell ein Ende, als sie beobachten, wie der missgestaltete Sohn des Betreibers sich erst von einer Prostituierten verwöhnen lässt, diese dann aber kurzerhand umbringt. Anschließend beginnt er Jagd auf die Jugendlichen zu machen...


"Kabinett des Schreckens" zählt meiner Meinung nach zu den besseren Filmen von Tobe Hooper. Die Story ist recht simpel, aber sie wird sehr flüssig erzählt und wurde auch durchaus interessant in Szene gesetzt. Es ist ein typischer 80 er Jahre Horrorfilm, der eine besonders dichte und bedrohliche Atmosphäre besitzt, die ihre ganz eigene Faszination auf den Zuschauer ausübt. Und diese Faszination ist durchaus von Beginn an vorhanden, auch wenn in den ersten 30 Minuten nicht gerade viel passiert, ausser das die 4 Jugendlichen über den Rummelplatz schlendern und sich über eher belanglose Themen unterhalten.

Der Film lebt hauptsächlich von der gelungenen Atmo, in Sachen Härte darf man nicht zuviel erwarten. Es gibt zwar einige, wenige etwas härtere Szenen, aber die sind eigentlich nicht der Rede wert. Gorehounds werden hier also nicht auf ihre Kosten kommen, aber es muß ja auch nicht immer nur Gemetzel gebwn. Dafür sind insbesondere die Passagen, die im sogenannten "Funhouse" spielen von einer sehr dichten und bedrohlichen Grundstimmung begleitet, die phasenweise sogar ein herrliches Gänsehaut-Feeling aufkommen lässt, von dem man sich als Betrachter nur zu gern gefangennehmen lässt. Es ist halt einmal mehr diese schier unwidersteliche 80er Jahre-Atmosphäre, die diesem Film beiwohnt und wie man sie aus so vielen Horrorfilmen dieses Jahrzehnts her kennt. Auch spannungsmäßig kann man sich keineswegs beschweren, denn mit der Zeit entwickelt sich aus der zu Anfang noch eher lustigen Rummelplatz-Stimmung ein äusserst spannendes Szenario, das sich bis zur letzten Minute immer mehr verdichtet und auch keinerlei Einbrüche verzeichnet.

Mir persönlich hat insbesondere dieser vollkommene Stimmungs-Umschwung sehr gut gefallen, der nach dem ersten Drittel des Films eintritt, teilweise hat man das Gefühl, das man von einem eher belanglosen Teenie-Filmchen ziemlich abrupt in einen extrem spannenden und atmosphärisch sehr dichten Horrorfilm gewechselt hat, in dem man das aufkommende Unheil förmlich erahnen kann. Das eigene Sehverhalten ändert sich schlagartig, war man vorher noch sehr entspannt und hat sich seicht berieseln lassen, so überkommt einen mit einemmal ein starkes Gefühl der Anspannung, was sich auch bis zum Ende hin nicht mehr ändert. Im Endeffekt kann man diesen Film auch recht gut mit dem 2006 erschienenen Werk "Dark Ride" von Craig Singer vergleichen, auch wenn dessen Film sicherlich eine Ecke härter ausgefallen ist.

Schauspielerisch sollte man nicht unbedingt Wunderdinge erwarten, denn ist es doch eher recht selten, das Darsteller in Horrorfilmen durch oscarreifes Schauspiel auffallen würden. So ist es also auch nicht weiter verwunderlich, das dies auch hier nicht der Fall ist, jedoch überzeugen gerade die hier agierenden Jungdarsteller durch durchaus solide Leistungen, wie man sie nicht unbedingt täglich präsentiert bekommt. Insgesamt gesehen hat man es also mit einem sehr unterhaltsamen und auch spannenden Horrorfilm zu tun, der ganz eindeutig zu den besseren Filmen von Tobe Hooper zu zählen ist und den man sich auch nach mittlerweile fast 30 Jahren immer wieder gut anschauen kann.


Fazit:


Ohne viel Härte und brutale Szenen ist es hier gelungen, ein sehr hohes Maß an Spannung zu erzeugen, das durch die vorherrschende Atmosphäre noch zusätzlich unterstüzt. Dabei kann man das erste Filmdrittel ohne Probleme etwas vernachlässigen, dient es doch viel eher dazu, den Zuschauer etwas einzulullen, bevor er dann mit einer Stunde Hochspannung konfrontiert wird. Eine kleine Perle des Genres, die auch im Laufe der Zeit rein gar nichts von ihrem Charme und ihrer Faszination verloren hat und immer wieder sehenswert ist.


8/10

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