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Mittwoch, 23. Mai 2012

Kein Weg zurück









Kein Weg zurück
(Deadfall Trail)
mit Cavin Gray Schneider, Shane Dean, Rosalie Michaels, Richard Anderson, Katrina Matusek, Stade Hall, Neal Trout
Regie: Roze
Drehbuch: Roze / Josh Staman
Kamera: Tari Segal
Musik: Jason Camiolo
FSK 16
USA / 2009

John, Julian und Paul begeben sich im Kaibab National Forest auf einen 3-wöchigen Survival-Trip. Als eine Tierfalle für sie selbst zur tödlichen Bedrohung wird, ändert sich die Situation der Männer dramatisch. Sie sind dazu gezwungen in die tiefsten Abgründe ihrer Seele zu blicken und werden mit ihrer Moral und ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Auf ihrem Trip müssen sie nicht nur gegen die Elemente ankämpfen, sondern auch gegen einander: wem können sie noch trauen und wer schafft es lebend zurück in die Zivilisation?


Ich hatte mich wirklich sehr auf das Langfilm Regie-Debüt von Roze gefreut, verspricht die Inhaltsangabe doch einen knallharten Survival-Thriller. Stellenweise bekommt man dann auch recht gute Ansätze geliefert, doch entwickelt sich das Geschehen leider nicht konstant so, wie man es sich eigentlich erwartet hat. Anstatt hier eine sehr interessante Thematik konsequent auszuarbeiten, kratzt Regisseur Roze bei den wichtigen Dingen leider nur an der Oberfläche, was sich insbesondere auf die tiefsten Abgründe der Seele bezieht, die einem in der Inhaltsangabe angekündigt werden. Die charakterliche Darstellung 3 Hauptfiguren entbehrt im Prinzip jeglicher Tiefe, es wird lediglich in Gut und Böse eingeteilt, ohne dabei jedoch eine wirklich ausführliche Charakter-Zeichnung vorzunehmen. Diese wäre jedoch absolut notwendig gewesen, um den Ereignissen auch die nötige Intensität zu verleihen, so jedoch plätschert die Geschichte größtenteils eher recht belanglos vor sich hin.

Hier liegt auch das größte Problem des Filmes, denn zu keiner Zeit kann sich ein wirklich konstanter Spannungsbogen entwickeln. Immer wenn sich die Grundstimmung etwas verdichtet folgen sofort wieder kleinere Einbrüche, die das Sehvergnügen doch sichtlich beeinträchtigen. Dafür, das es sich hier um ein kammerspielartiges Szenario in der freien Wildnis handelt, können die Ereignisse nie die nötige Atmosphäre erzeugen, damit der Funke so richtig überspringen könnte. Die Abläufe gestalten sich viel zu vorhersehbar und die Situation der Männer entbehrt ganz einfach der nötigen Bedrohlichkeit. Zu sehr hat man sich auf eher belanglose Dinge konzentriert, so wird man beispielsweise mit viel Geschreie konfrontiert und auch sich ständig wiederholende körperliche Auseinandersetzungen unter den Protagonisten tragen nicht unbedingt zu einem gelungenen Spannungsaufbau bei.

Dabei beinhaltet "Kein Weg zurück" einige durchaus vielversprechende Ansätze, die jedoch allesamt im Sande verlaufen. Auch die Schauspieler können nicht wirklich überzeugen, in etlichen Passagen wirkt das Schauspiel viel zu glatt und passt so gar nicht zu der Lage, in der sie sich befinden. Die Passagen, in denen insbesondere Julian durch alptraumhafte Visionen mit seinen eigenen Dämonen konfrontiert wird, hinterlassen einen sehr aufgesetzten Eindruck, so das an dieser Stelle die nötige Autenzithät vollkommen fehlt. Das kann man allerdings auch ohne Probleme auf die gesamte Geschichte beziehen, denn ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit lässt das Szenario größtenteils vermissen.

Letztendlich ist es wirklich schade, das aus dem vorhandenen Potential dieses Survival-Thrillers so wenig herausgehölt wurde. Dabei sind sämtliche Zutaten vorhanden, um einen in allen Belangen packenden Film zu kreieren. Vielleicht liegt es ganz einfach an der Unerfahrenheit des Regisseurs, oder aber an dem mit geschätzten 100.000 $ recht niedrigem Budget, doch "Kein Weg zurück" kann die in ihn gesetzten Erwartungen nur sehr bedingt erfüllen. So bekommt man statt eines fesselnden Thrillers leider nur einen Film präsentiert, der sich maximal im unteren Durchschnittsbereich ansiedelt, was man mit einer konsequenteren Ausarbeitung der Thematik durchaus hätte vermeiden können.


Fazit:


Der Film kann leider nur annähernd halten, was die Inhaltsangabe verspricht. Blasse Darsteller und fehlende Spannung sind die größten Mankos eines Thrillers, aus dem man weitaus mehr hätte herausholen können. Zum einmaligen Anschauen noch geeignet, hinterlässt das Szenario jedoch keinen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers.


4/10

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