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Dienstag, 12. Juni 2012

Chain Letter









Chain Letter
(Chain Letter)
mit Madison Bauer, Mark S. Allen, Phil Austin, Nikki Reed, Michael Bailey Smith, Michael J. Pagan, Matt Cohen, David Zahedian, Cherilyn Wilson, Cody Kasch, Noah Segan, Brad Dourif, Roshni Shukla, Eliot Benjamin, Betsy Russell
Regie: Deon Taylor
Drehbuch: Michael J. Pagan / Deon Taylor
Kamera: Philip Lee
Musik: Vincent Gillioz
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Ein Kettenbrief ist ein harmloser Spaß, der keinem Menschen gefährlich werden kann. Das denkt sich auch eine Gruppe von Teenagern, als sie per E-Mail und SMS einen ebensolchen Kettenbrief erhalten. Die meisten ignorieren den Kettenbrief und löschen ihn. Sie ahnen nicht, dass sie damit einen fatalen Fehler begehen. Der "Chain Man" - ein mysteriöser Killer, der seine Opfer unter Einsatz von schweren Ketten zur Strecke bringt - fängt an, jene Teenager zu jagen und brutal zu ermorden, die den Kettenbrief nicht weiter- geleitet haben. Einer nach dem anderen fällt dem "Chain Man" zum Opfer und ein Ende seiner grausamen Taten ist nicht abzusehen...


Die Inhaltsangabe dieses Slashers verspricht zwar nicht unbedingt innovative Filmkost, weckt aber immerhin gewisse Begehrlichkeiten beim Zuschauer auf eine interessante Geschichte, die auch einige Härten enthält. Der Anschein ist jedoch recht trügerisch und im Grunde genommen handelt es sich einmal mehr um eine kleine Mogelpackung. So handelt es sich bei der deutschen Veröffentlichung einmal mehr um eine stark geschnittene Fassung, wobei der Film selbst sogar ab 16 Jahren freigegeben ist und lediglich aufgrund diverser Trailer das JK-Siegel erhalten hat. Um über 7 Minuten musste diese Fassung geschnitten werden, so das man im Bezug auf den vorhandenen Härtegrad keinerlei Erwartungen hegen sollte. Sämtliche Tötungen sind nur ansatzweise zu erkennen, der Zuschauer muss schon seine eigene Fantasie bemühen, um die Tötungsarten der Opfer auch nur ansatzweise zu erahnen.

Dabei bekommt man hier eine Geschichte präsentiert, die insbesondere in atmosphärischer Hinsicht recht gut umgesetzt wurde. Es herrscht ganzzeitig eine herrlich düstere-und auch bedrohliche Grundstimmung vor, die durch permanente Regengüsse noch zusätzlich unterstützt wird. Vor allem die in der Nacht spielenden Passagen des Filmes sorgen sogar phasenweise für eine gepflegte Gänsehaut und erzeugen so ein ordentliches Horror-Feeling. Doch leider war es das auch schon mit den positiven Eindrücken eines Szenarios, das ansonsten nicht viel zu bieten hat. Der Spannungsaufbau bewegt sich nämlich in einem recht überschaubaren Rahmen und etwaige härtere Sequenzen sind halt einmal mehr der Schere zum Opfer gefallen. Da die Schnitte zudem auch noch sehr offensichtlich gesetzt wurden, wird das Seh-Vergnügen doch sichtlich beeinträchtigt und nimmt dem Geschehen eine Menge von seiner Intensität. Wenn man sich einmal den Schnittbericht anschaut, dürfte eine später erscheinende Uncut-Veröffentlichung über unsere österreichischen Nachbarn das Ganze erheblich aufwerten, doch diese zerstückelte Version siedelt sich so leider nur im unteren Durschnittsbereich an.

Die streckenweise netten Ansätze der Story werden zumeist sofort wieder im Keim erstickt und durch die fehlenden Passagen erscheinen die Ereignisse teilweise offensichtlich unvollständig, so das es sogar zu kleineren Verwirrungen kommen kann. Durch mangelnde Neuerungen und fehlendem Esprit hat Regisseur Deon Taylor es versäumt seinem Werk einen nachhaltigen Eindruck zu verleihen, stattdessen wird man mit einem geschehen konfrontiert, in dem es vor Logiklöchern nur so wimmelt. Zudem ist auch das eher blasse-und ungelenk agierende Darsteller-Ensemble nicht gerade ein Grund dafür, das man hier eine absolute Empfehlung aussprechen könnte. Einmal mehr handelt es sich um die handelsüblichen 08/15 Teenie-Darsteller, die sich mit ihren Leistungen dem maximal mittelmäßigen Gesamtbild des Filmes nahtlos anpassen. Die weiblichen Schauspielerinnen sind zwar ein optisches Highlight, erscheinen jedoch vom Schauspiel her ebenso austauschbar wie ihre männlichen Kollegen.

Letztendlich kann man "Chain Letter" nicht gerade als Genre-Highlight bezeichnen, vielmehr handelt es sich um einen durchschnittlichen Slasher, aus dem allerdings jegliche Härte entfernt wurde. Ledihlich in atmosphärischer Hinsicht kann der Film absolut überzeugen, was jedoch keinesfalls ausreicht, um eine überdurchschnittliche Bewertung abzugeben. In der ungeschnittenen Fassung wird das Gesamtbild sicherlich noch etwas aufgewertet, dennoch ist das Werk auf keinen Fall im oberen Drittel anzusiedeln.


Fazit:


Die Inhaltsangabe verspricht letztendlich eine Menge mehr, als der Film im Endeffekt halten kann. Mangelnde Inspiration, mittelmäßige Schauspieler und extreme Kürzungen trüben hier ein Seh-Erlebnis, das keinen nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Das die deutsche Version des Filmes in einigen Shops sogar als Uncut-Version angepriesen wird, ist sogar schon als absolute Frechheit anzusehen, denn hier wird der Kunde wissentlich in die Irre geführt.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 79 Minuten


3,5/10

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