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Samstag, 24. November 2012

Axed









Axed
(Axed)
mit Jonathan Hansler, Andrea Gordon, Nicola Posener, Christopher Rithin, Henry Douthwaite, Brandon Francis
Regie: Ryan Lee Drisoll
Drehbuch: Ryan Lee Driscoll
Kamera: Edward Wright
Musik: Aleksandar Dimitrijevic
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2012

Kurt Wendell hat seinen Job verloren, und kann es nicht über's Herz bringen, seiner Familie die Wahrheit zu sagen. Er nimmt seine zwei Kinder und seine Frau und fährt mit ihnen in ein abgelegenes Ferienhaus, weitab von der Zivilisation um. Was wie ein gemütliches Wochenende auf dem Lande beginnt, entwickelt sich zu einem Ausflug des Grauens. Denn mit der Axt in der Hand entlädt sich die aufgestaute Wut in Kurt. Und keiner wird ihm entkommen....

Wenn Daddy zum Psycho wird



Volle 10 Jahre nach seinem Regie-Debüt wartet Regisseur Ryan Lee Driscoll nun mit seinem zweiten Versuch auf und hat mit "Axed" eine Geschichte auf den Weg gebracht, die sich im ersten Moment sogar recht interessant anhört. Und in den ersten Minuten bietet das Werk auch ganz nette Ansätze, wobei vor allem der vorhandene Zynismus von Hauptdarsteller Jonathan Hansler sehr gut zur Geltung kommt und beim Zuschauer doch einige Erwartungen auf ein unterhaltsames Film-Erlebnis weckt. Doch die damit verbundenen Hoffnungen verlaufen ziemlich schnell im Sand, offenbart sich doch in der Folgezeit ein Szenario, das einen nicht wirklich vom Hocker haut. Zuerst einmal sollte man vielleicht anmerken, das man sich den Härtegrad des Geschehens an maximal 3 Fingern abzählen kann, denn bis auf ganz wenig Kunstblut wird in dieser beziehung auf absoluter Sparflamme gekocht. Das wäre ja noch durchaus zu verschmerzen, wenn wenigstens der Rest dieses Filmchens kurzweilige Unterhaltung anbieten würde. Doch auch in dieser Richtung haben sich die Macher nicht gerade sonderlich viel einfallen lassen um den Betrachter bei Laune zu halten, so das man im Endeffekt doch leider nur einmal mehr mit einer dieser halbgaren Geschichten konfrontiert wird, aus denen wirklich etwas hätte werden können, wenn man doch nur das vorhandene Potential ausgeschöpft hätte.

Davon kann jedoch überhaupt keine Rede sein, denn bis auf die phasenweise gelungene Performence von Hansler bietet sich eigentlich kaum etwas, was man lobenswert erwähnen könnte. So fehlt es den Geschehnissen beispielsweise vollkommen an einem annähehernd konstantem Spannungsaufbau, entpuppen sich die Ereignisse doch als dermaßen vorhersehbar, das man gedanklich schon nach relativ kurzer Zeit in den Leerlauf schaltet und sich lediglich darüber freuen kann, das die eigenen Vorahnungen jederzeit ins Schwarze treffen. Das trägt nicht unbedingt zu einem gesteigerten Interesse bei, das dann durch die äußerst unlogischen Verhaltensweisen der Darsteller noch weiter nach unten gedrückt wird. Hierbei geben sich die Ehefrau und die beiden Sprüßlinge gegenseitig die Klinke in die Hand, denn deren dümmlichen Handlungen gehen schon fast auf keine Kuhhaut mehr. Deuten doch etliche Hinweise darauf hin das mit dem Familienoberhaupt etwas nicht in Ordnung sein kann, so dauert es doch eine gefühlte Ewigkeit, bis die strunzdummen Familienmitglieder endlich einmal merken, in welche Richtung der Hase läuft und das ihr geliebter Daddy ihnen ans Leder will.

Damit ist es jedoch noch längst nicht getan, denn ab diesem Zeitpunkt schlagen die Ereignisse eine Richtung ein, die ich schon fast als abstruss und vollkommen an den Haaren herbeigezogen bezeichnen möchte. Der durchgeknallte Psycho wird nun durch das absurde Verhalten seiner Lieblinge förmlich dazu eingeladen, das er ihnen das lebenslicht auspusten kann. So ist es vollkommen unverständlich das man trotz unzähliger Möglichkeiten überhaupt nicht auf die Idee kommt, ebentuell vor Psycho-Dad zu flüchten. Als man sich dann endlich einmal dazu entschließt einen Versuch zu starten, erfährt die Geschichte dann die üblichen Klischees, um diesen Versuch zu torpedieren. Für manch einen mag das eventuell wie skurrile Situationskomik erscheinen, doch ehrlich gesagt habe ich das ganz anders empfunden. Denn bis auf den phasenweise gelungenen Zynismus lässt "Axed" im Prinzip alles vermissen, was den trockenen-und bissigen britischen Humor so auszeichnet. Darum kann ich auch die Bezeichnung Komödie in keinster Weise nachvollziehen, mit der dieses Werk von vielen Leuten in Verbindung gebracht wird. Eigentlich ist nämlich bis auf ganz wenige Ausnahmen überhaupt nichts witzig an diesem Film, noch nicht einmal unfreiwillig komische Passagen lassen sich erkennen. Vielmehr offenbart sich der zum Großteil misslungene Versuch, eine Mischung aus Slasher-und Drama in Szene zu setzen, die hauptsächlich an der Unbeholfenheit der Darsteller scheitert, die mit Ausnahme von Hansler nicht gerade mit viel Können aufwarten können.

Am schlimmsten agiert dabei Sohnemann Jay (Christopher Rithin) der einem schon fast leid tun kann und durch seine ungelenke Performance phasenweise zum fremd schämen einlädt. Die Interpretation einer weinerlichen Memme ist dabei stellenweise schon richtigehend nervtötend, doch durch den unlogischen verlauf der Geschehnisse wundert es einen nicht wirklich, das gerade dieses Weiei am Ende eine entscheidende Rolle spielen soll. Und so präsentiert sich hier letztendlich ein Filmchen das man nicht wirklich gesehen haben muss, denn bis auf ein wenig Schwung zu Beginn und ein wenig Zynismus hat das Werk von Ryan Lee Driscoll wirklich kaum etwas zu bieten, das einem nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben würde. Keinerlei Spannung, dümmlich agierende Figuren und eine totale Vorhersehbarkeit der Ereignisse sind nicht unbedingt positive Merkmale für einen Film, der sich letztendlich unterhalb des normalen Durchschnittes ansiedelt.


Fazit:


Und wieder einmal bekommt man es mit einem der unzähligen Filme zu tun, von denen man sich weitaus mehr erwartet hat. Einige nette Ansätze und äußerst viel Leerlauf sind jedoch keinesfalls ausreichend, um in vorliegendem fall von einer guten Inszenierung zu sprechen.


4/10

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