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Mittwoch, 7. November 2012

Cherry Bomb









Cherry Bomb
(Cherry Bomb)
mit Julin, Nick Manning, John Gabriel Rodriguez, Allen Hackley, Jeremy James Douglas Norton, Aaron Alexander, Giovanni Antonello, Tony Bottorff, Debbie Day, Alexa Hanse, Mysteria Black, Grayce Benesh
Regie: Kyle Day
Drehbuch: Garrett Hargrove
Kamera: M. Andrew Barrera
Musik: Jason Latimer
Keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Cherry Bomb arbeitet als Stripperin in einem Nightclub. Dank ihrer lasziven Art ist sie der Traum aller Männer. Eines Abends buchen fünf Männer mit ihr einen Private-Dance mit fatalen Folgen für Cherry. Die anfänglich harmlose Situation gerät außer Kontrolle und Cherry wird von den Männern misshandelt und vergewaltigt. Als Cherry im Krankenhaus erwacht, muss sie erfahren, dass das Gesetz die Männer nicht zur Rechenschaft ziehen kann. Wutentbrannt beschließt Cherry, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Zusammen mit ihrem Bruder begibt sie sich auf einen blutigen Rachefeldzug. Die Situation spitzt sich zu, als Bull, ein mysteriöser Auftragskiller, sich den beiden in den Weg stellt...


Aufgrund etlicher vernichtender Kritiken im Netz bin ich ohne jegliche Erwartung an diesen Film herangegangen und letztendlich hat sich diese Einstellung auch ausgezahlt. So nämlich hält sich die Enttäuschung in Grenzen, denn anstatt eines ordentlichen Rape and Revenge Filmes bekommt man ein ziemlich dümmliches Szenario geliefert, das vor Peinlichkeiten nur so strotzt. In erster Linie wäre es schon einmal von großem Vorteil gewesen, dieser abstrusen Geschichte ein ordentliches Drehbuch zukommen zu lassen, was aber leider definitiv nicht der Fall ist. Die vorhandene Rahmenhandlung ist so ausgedünnt das sie die Bezeichnung im Prinzip gar nicht verdient und die Umsetzung der Thematik ist alles andere als gelungen. Dabei fällt es einem streckenweise sogar äußerst schwer, diesen Film als ernsthaften Genre-Beitrag anzusehen, entpuppt sich das Geschehen doch sehr oft als unfreiwillige Komödie, was insbesondere dem gebotenen Schauspiel und den dümmlichen Handlungsweisen der Darsteller zuzuschreiben ist.

Unlogisches Verhalten der Protagonisten ist dabei sicherlich keine sonderliche Neuheit, doch was einem hier geboten wird, ist schon fast nicht mehr feierlich. Besonders auffällig ist dabei die Hauptfigur Cherry, die nicht gerade als glaubwürdiges Vergewaltigungsopfer in Erscheinung tritt. Locker und lässig plant sie die Ermordung ihrer Peiniger und ihr dämlicher Bruder hat nichts Besseres zu tun, als sie in ihrem Bemühen zu unterstützen. Und so ziehen die beiden munter loss um die Vergewaltiger zu bestrafen, wobei die dabei entstehenden Gewalt-Passagen den Film nicht sonderlich aufwerten können. Das gesamte Szenario erscheint komisch zusammengestückelt und phasenweise kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, das ganze Handlungs-Sequenzen entfernt wurden. Dem ist allerdings nicht so, "Cherry Bomb" hat ganz einfach nicht mehr zu bieten als diese vollkommen skurrile Handlung. Da wird beispielsweise ein mysteriöser Auftragskiller in die Ereignisse eingebaut, dessen Darstellung man allerdings als kleines Highlight ansehen kann. Bekommt man es doch mit einem hünenhaften und schweigsamen Schwarzen zu tun, der allein schon optisch wie ein absoluter Fremdkörper wirkt.

Ein echter Profi würde sicherlich anders agieren als wie es in vorliegendem Fall in Szene gesetzt wurde. Stellvertretend dafür steht eine Passage im haus von Cherry's Freundin, in dem es zu einer Schießerei kommt. Der Killer und die Stripperin sind räumlich gesehen gerade einmal 2 Meter auseinander, doch die aufeinander abgefeuerten Schüsse gehen so weit daneben, das man sich ein Lachen nur schwerlich verkneifen kann. Und so verhält es sich prinzipiell mit sämtlichen Abläufen, die größtenteils jenseits jeglicher Realität angesiedelt sind. Aus diesem Aspekt kann man jedoch auch einen gewissen Unterhaltungswert dieses Filmes ableiten, denn sieht man das Ganze einmal aus der Sichtweise eines Trash-Liebhabers, dann kann der Regie-Erstling von Kyle Day durchaus kurzweilige Unterhaltung anbieten. Das ist aber im Grunde genommen auch schon das einzig Positive, das man diesem grotesken Filmchen abgewinnen kann. Rein filmisch gesehen handelt es sich nämlich um einen absoluten Rohrkrepierer und man fragt sich ganz automatisch, was sich die Macher bei der Produktion gedacht haben. Viel kann es nicht gewesen sein, ansonsten wäre das Ergebnis sicherlich besser ausgefallen.

Passend zu dem grotesken Treiben präsentiert sich auch das Schauspiel der Akteure, die in ihren Mitteln offensichtlich enorm begrenzt sind. Anders ist der Dilletantismus kaum zu erklären, der sich wie ein roter Faden durch die ganzen Ereignisse zieht. Nun kann man "Cherry Bomb" aber auch keine absolute Empfehlung als Trashfilm aussprechen, da Kyle Day doch ganz offensichtlich darum bemüht war, einen durchaus ernsten Film zu kreieren, dieses Ansinnen aber definitiv nicht umsetzen konnte. So erscheint alles eher unfreiwillig komisch und hinterlässt dadurch einen sehr zwiespältigen Eindruck beim Zuschauer, der gar nicht so richtig weiß, wie er dieses Werk denn nun einschätzen soll. Dämliche Dialoge, schlechte Schauspieler und vollkommen abstruse Handlungsweisen machen die Entscheidung dabei nicht wirklich leichter und sorgen letztendlich doch für eine äußerst starke Ernüchterung. Insgesamt gesehen handelt es sich um einen Film den man nicht wirklich gesehen haben muss, lediglich die Freunde des schlechten Geschmackes könnten diesem Szenario eventuell etwas abgewinnen, wobei sich auch dieser Aspekt in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegt.


Fazit:


Filmisch gesehen wurde hier so ziemlich alles falsch gemacht was man nur falsch machen kann. "Cherry Bomb" entpuppt sich als regelrechte Graupe, der man lediglich aus der Sicht des Trash-Freundes einige positive Punkte abgewinnen kann. Wer diese Vorliebe jedoch nicht teilt sollte auf jeden Fall die Finger von diesem Werk lassen, das vom filmischen Standpunkt aus überhaupt nichts bietet, was auch nur ansatzweise sehenswert wäre.


als normaler Film 2/10

als Trash 5/10

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