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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Famine









Famine
(Famine)
mit Beth Cantor, Christopher Patrick Donoghue, Nathan Durec, Dustin Elkins, Karyn Halpin, Glenn Hoffmann, Des Larson, Christopher Lomas, Gustavo MacSerna, Thabi Maphoso, Ady Mejia
Regie: Ryan Nicholson
Drehbuch: Ryan Nicholson / Jeff O'Brien
Kamera: Matt Leaf
Musik: Keine Information
ungeprüft
Kanada / 2011

2 Jahre sind vergangen als der allseits beliebte Lehrer Herr Balszack bei einem üblem Streich fast zu Tode kam. Die "24 Hour Famine", eine Wohltätigkeitsveranstaltung der Abschluss-klasse der "Sloppy Secondary" Schule, ist in vollem Gange als plötzlich der Strom ausfällt. Eine Tour de Force nimmt ihren Lauf und wer die Nacht überlebt, wird sie nie mehr vergessen. Wer ist der geheimnisvolle Psychopath, verkleidet als Schulmaskottchen, der sich fröhlich durch die Schüler metzelt um seinen unstillbaren Hunger der ganz anderen Art zu befriedigen?


Die Filme von Ryan Nicholson haben sich noch nie dadurch ausgezeichnet das sie inhaltlich sonderlich viel hergeben, vielmehr handelt es sich zumeist um Szenarien, in denen ein hoch angesiedelter Härtegrad das Geschehen bestimmt. Nicht anders verhält es sich bei "Famine", denn vom filmischen Standpunkt aus gesehen handelt es sich eigentlich um einen echten Rohrkrepierer. Das beginnt schon mit der recht hanebüchenen Story und zieht sich wie ein roter Faden auch durch sämtliche anderen Komponenten, die dieser Film beinhaltet. So bekommt der Zuschauer beispielsweise ein Schauspiel der Akteure geboten das jeder Beschreibung spottet und die Dialoge sind so dermaßen dämlich, das man sich vor lachen kaum halten kann. Doch genau diese eher negativen Eigenschaften sind es, die ein Werk von Nicholson auszeichnen, der gute Mann schafft es einfach immer wieder, etliche negative Dinge so extrem unterhaltsam darzustellen, das man an seinen Filmen einen Riesen-Spaß hat und bestens unterhalten wird.

Der Höhepunkt des größtenteils extrem skurrilen Treibens sind hier ganz eindeutig die vorhandenen SFX, denn Nicholson lässt es in dieser Beziehung einmal mehr so richtig krachen. Die meisten Kills sind äußerst hart und sehr blutig dargestellt, zudem enthalten sie alle diese herrlich überzogene Note, die man auch aus anderen Werken des Regisseurs kennt. Es ist schon streckenweise recht grotesk, wie hier ein Schüler nach dem anderen sein Leben verliert und man kann die Geschehnisse nur schwerlich ernst nehmen. Das ist aber vollkommen beabsichtigt, präsentiert sich doch ein Slasher, der vom Trash-Gehalt her im oberen Drittel anzusiedeln ist. Nun sollte man jedoch keinerlei Erwartungen an einen gelungenen Spannungsaufbau haben, denn die Ereignisse sind doch im Prinzip vollkommen vorhersehbar und beinhalten keinerlei Überraschungsmomente. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn "Famine" legt sein Hauptaugenmerk auf Dinge wie Härte und extrem skurrile Situationskomik, die zumeist absolut überzogen dargestellt wird.

Und dann wäre da auch noch der für Nicholson typische Fäkal-Humor, der auch in vorliegender Geschichte im Überfluss vorhanden ist. Einerseits offenbart sich dieser in etlichen verbalen Auseinandersetzungen der Protagonisten und auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder sexuelle Anspielungen im Bild zu sehen. Das dilletantische Schauspiel sorgt dabei dafür das etliche Passagen urkomisch erscheinen, wobei der vorhandene Humor ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen wird. An Szenarien wie diesem scheiden sich zumeist die Geister, für die einen ist ein solcher Film der absolute Bodensatz, für die anderen handelt es sich um ein Highlight des Trash-Films, an dem man sich regelrecht ergötzen kann. Beide Seiten kann man dabei verstehen und muss ganz einfach nach dem eigenen Geschmack entscheiden. Ich persönlich mag ganz einfach diese absolut hirnrissigen Geschichten die vollkommen bewusst total überzogen dargestellt werden. Etliche Aspekte, die man im Normalfall als negative Gesichtspunkte einordnen würde werden hier zu den Stärken einer Story, die vollkommen überdreht und extrem trashig daherkommt und so für allerbeste Unterhaltung sorgt.

Neben den sehenswerten SFX sollte man bei "Famine" ganz besonders auf die darstellerischen Leistungen achten, das an Dilletantismus nur schwerlich zu überbieten ist. Die Handlungsweisen der Akteure sind teilweise so an den haaren herbeigezogen, das man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann. Der Umgang untereinander und die vorhandenen Dialoge setzen dem Ganzen dann die Krone auf und runden eine echte Trash-Perle gnadenlos gut ab. Für diesen Film muss man schon fast zwangsweise 2 Bewertungen abgeben, rein filmisch gesehen ist er nämlich eine absolute Katastrophe, doch für die Freunde des schlechten Geschmackes offenbart sich ein absolutes Highlight, das man auf keinen Fall verpassen sollte.


Fazit:


Da hat der gute Ryan Nicholson mal wieder einen Film gedreht, der die Meinungen extrem spalten wird. Wer einen ernst gemeinten Genre-Beitrag erwartet sollte besser die Finger von der DVD lassen, wer jedoch eine richtig harte-und blutige Trash-Granate sehen möchte, kommt an diesem Werk auf keinen Fall vorbei und wird eine Sichtung keinesfalls bereuen.


als Film 3/10

als Trash 8/10

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