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Montag, 24. Dezember 2012

The Amazing Spider-Man









The Amazing Spider-Man
(The Amazing Spider-Man)
mit Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Denis Leary, Martin Sheen, Sally Field, Irrfan Khan, Campbell Scott, Embeth Davidtz, Chris Zylka, Max Charles, C. Thomas Howell, Jake Keiffer
Regie: Marc Webb
Drehbuch: James Vanderbilt / Alvin Sargent
Kamera: John Schwartzman
Musik: James Horner
FSK 12
USA / 2012

Peter Parker wächst bei seinem Onkel Ben und seiner Tante Mary auf. Selbst als junger Mann hat er nicht verkraftet, dass seine Eltern spurlos aus seinem Leben verschwunden sind, als er noch ein kleiner Junge war. Nun glaubt er, einen Hinweis gefunden zu haben, was mit ihnen geschehen sein könnte. Seine Nachforschungen führen ihn zu Dr. Curt Connors, den ehemaligen Partner seines Vaters. Als Peter von einer Spinne gebissen wird, überschlagen sich die Geschehnisse.


Ob es überhaupt nötig gewesen wäre schon jetzt ein Reboot zu Sam Raimis Film aus dem Jahr 2002 zu drehen muss ein jeder für sich selbst entscheiden, doch die hier vorliegende Neuverfilmung hält leider nicht das, was sich so mancher wohl von ihr erwartet hat. Eigentlich bin ich ziemlich unvoreingenommen an die Neuauflage herangegangen, muss im nachhinein jedoch zugeben, das mir die 2002er Spinne erheblich besser gefallen hat. Das ist gar nicht einmal auf den neuen Hauptdarsteller bezogen, denn dieser macht seine Sache trotz eines recht kindlichen Aussehens verhältnismäßig gut, es ist vielmehr die Geschichte, die mich auf keinen Fall überzeugen konnte. Das man sich so weit wie möglich von Raimis Story weghalten wollte, wird eigentlich schon nach wenigen Minuten klar und gegen Neuerungen an sich ist ja auch nichts einzuwenden, allerdings hätte man dem Szenario durchaus ein wenig mehr Spannung und Pepp verleihen können. So aber präsentiert sich doch ganz allgemein ein Szenario, das fast vollkommen ohne Höhepunkte auskommen muss und eine ganze Zeit lang sogar ziemlich vor sich hin plätschert, was nicht unbedingt die Konzentration des Zuschauers fördert, sondern vielmehr zu einigen Ermüdungserscheinungen führen kann. Denn wirklich unterhaltsam gestalten sich die ersten gut 70 Minuten nicht wirklich, wird man doch hauptsächlich mit der äußerst langatmigen Einführung in die Ereignisse konfrontiert, die sich nicht gerade sehr unterhaltsam präsentiert.

Zwar gestaltet sich das Geschehen dann in der Folgezeit weitaus actionreicher, doch ganz ehrlich gesagt hatte ich etwas mehr Spektakel erwartet. Die vorhandenen Action-Passagen sind zwar allesamt sehenswert, bieten jedoch keinerlei neue Impulse und wirken phasenweise schon etwas abgedroschen. Es gibt wirklich überhaupt nichts Überraschendes und das ist höchstwahrscheinlich das größte Defizit eines Filmes, den man sich meiner Meinung nach auch durchaus hätte sparen können. Das gesamte Szenario erscheint irgendwie vollkommen lieblos dahin geklatscht und bietet auch durch die Abweichungen innerhalb der Geschichte keinesfalls etwas, das einen in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen würde. Ich möchte hier keinesfalls missverstanden werden und den Film auch nicht schlechter machen als er in Wirklichkeit ist, aber ein echter Funke will zu keiner Zeit überspringen. In dieser Beziehung muss man dann doch feststellen, das die Filme von Raimi ganz generell weitaus interessanter gestaltet waren und einem insbesondere mehr Abwechslung geboten haben, als es das Werk von Marc Webb je tun wird. Sein Inhalt der Story vermag nicht zu überzeugen und erscheint an etlichen Stellen viel zu uninspiriert, was für mich jedenfalls eine ziemliche Enttäuschung darstellt.

Bis auf Hauptdarsteller Andrew Garfield konnten mich die anderen Darsteller in keinster Weise überzeugen, ein Martin Sheen und eine Sally Field hinterlassen hierbei schon fast den Eindruck einer Fehlbesetzung. Aber auch der Rest wartet nicht gerade mit herausragenden Performances auf, um es einmal diplomatisch auszudrücken, teilweise erscheint das Schauspiel sogar seltsam maskenhaft und aufgesetzt, so das man insgesamt gesehen auch in diesem bereich erhebliche Abstriche machen muss. Und so zieht sich ein wahrer Wulst von Mankos durch diesen Film, der in keiner Phase auch nur annähernd an das 2002er Werk herankommt. Für einen Blockbuster, der fast 100.000.000 § mehr gekostet hat als die Version von Sam Raimi wird eigentlich herzlich wenig geboten und man fragt sich ehrlich gesagt, wo das ganze Geld (230.000.000 §) geblieben ist. Zumindest ist es sicherlich nicht für das eher schwache Drehbuch ausgegeben worden, das dem Betrachter eine phasenweise fast schon langweilige Geschichte aufzwingt, an der man keinen wirklichen gefallen finden kann.

Vielleicht bin ich der etlichen Comic-Verfilmungen einfach müde, eventuell ist es aber auch dieser eher mittelmäßige Neu-Aufguss, der mir definitiv keinen überzeugenden Eindruck vermitteln konnte. Eine schwache Story, maximal mittelmäßige Darsteller und keinerlei echte Überraschungsmomente sind nicht sonderlich fördernd für einen guten Gesamteindruck, den "The Amazing Spider-Man" zumindest bei mir nicht hinterlassen konnte. Eine Teilschuld daran trägt auch der Widersacher des Titelhelden, denn "The Lizard" (Dr. Curt Connors) hat mir überhaupt nicht gefallen und lässt zudem auch keinen sonderlich bedrohlichen Eindruck zurück, wie es beispielsweise beim grünen Kobold der Fall war. Da war die Darstellung eines Willem Dafoe doch schon in eine ganz andere Kategorie einzuordnen als die doch eher blasse Performance eines Rhys Ifans, der in diesem Film eine Menge schuldig geblieben ist. Letztendlich kann man sich diesen unnötigen Aufguss eines Superhelden durchaus einmal anschauen, aber einen wirklich nachhaltigen Eindruck hinterlässt das Werk von Marc Webb auf keinen Fall, wobei eine geplante Fortsetzung im Prinzip nur besser werden kann.


Fazit:


Eine bessere Geschichte, bessere Darsteller und ein wenig Spannung hätten diesem Film sicherlich gut zu Gesicht gestanden. So aber kann ich jedem nur raten, lieber zur Trilogie von Raimi zu greifen, denn jeder einzelne Teil ist weitaus besser und interessanter als diese unnötige Neuauflage, die man nicht zwangsweise gesehen haben muss.


6/10

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