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Sonntag, 17. März 2013

Hexen bis aufs Blut gequält

Hexen bis aufs Blut gequält
(Mark of the Devil)
mit Herbert Lom, Udo Kier, Olivera Katarina, Reggie Nalder, Herbert Fux, Johannes Buzalski, Michael Maien, Gaby Fuchs, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Günter Clemens, Doris von Danwitz,
Regie: Michael Armstrong
Drehbuch: Michael Armstrong
Kamera: Ernst W. Kalinke
Musik: Michael Holm
ungeprüft
Deutschland / 1970

Zur Zeit der Hexenverfolgung: Lord Cumberland übernimmt die Aufgabe der Hexenjagd auf einem Fürstentum und löst damit den dortigen, besonders grausamen Hexenjäger ab. Lord Cumberland versteht es als seine heilige Pflicht, die Diener Satans zu jagen und unschädlich zu machen. Diese Kunst will er an seinen Schüler weitergeben. Doch der verliebt sich in eine Verdächtige...


Die Hexenverfolgung im Mittelalter ist wohl eines der dunkelsten Kapitel der Weltgeschichte und es gibt unzählige Filme, die sich eingehend mit dieser Thematik befassen. Das nun gerade aus Deutschland eines der eindrucksvollsten Werke mit diesem Thema vorliegt mag für manch einen eher etwas überraschend erscheinen, doch "Hexen bis aufs Blut gequält" zählt wohl ohne Frage zu den Klassikern dieser Filmgattung. Mit erstaunlicher Härte versehen offenbart sich dabei eine jederzeit glaubwürdige Geschichte, die einem einen sehr guten Eindruck über die damalige Epoche vermittelt und dabei mit kompromisslosen Bildern einen tiefen Einblick in diese extrem harte Zeit gewährt. Unter dem Deckmantel der Kirche wurden hier regelrechte Verbrechen an Menschen begangen und Regisseur Michael Armstrong hat insbesondere die Willkür mit der vor allem Frauen als Hexe bezeichnet wurden, sehr gut ins Bild gesetzt. Die sogenannten Beweise kann man einfach nicht für ernst nehmen, umso schockierender wirkt das ganze Geschehen jedoch durch die wahren Beweggründe, warum in dieser Zeit so viele Menschen ihr Leben verloren.

Ohne jegliche Begründungen wurde gefoltert was das Zeug hält, wobei diverse Passagen äußerst brutal in Szene gesetzt wurden. Betrachtet man einmal die alten Foltergeräte, so kann sich daraus schon eine recht schweißtreibende Angelegenheit ergeben und man möchte keinesfalls in der Lage der hilflosen Opfer sein. Dennoch kann man sich nur ansatzweise vorstellen, welche immensen Schmerzen mit den gezeigten Methoden verbunden waren und das dadurch unzählige falsche Geständnisse erzwungen wurden, ist letztendlich nur eine logische Schlussfolgerung. Teilweise kann man die körperliche-und seelische Folter fast selbst spüren, auf jeden Fall aber hinterlässt das Geschehen einen extrem nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer, der sich die ganze Zeit über alles andere als wohl in seiner Haut fühlt. Man möchte im Prinzip gar nicht glauben, wie grausam und vollkommen gleichgültig hier gehandelt wird, der Respekt vor menschlichem Leben scheint vollkommen ausgeschaltet. Dinge wie Moral erscheinen als Fremdwort, vielmehr steht ein sadistischer Aspekt im Vordergrund, denn die Verantwortlichen scheinen eine kranke Art von Freude zu empfinden, wenn sie die Opfer körperlich-und seelisch brechen wollen.

Um einen solchen Film glaubwürdig erscheinen zu lassen ist es sicherlich besonders wichtig, die für die Story wichtigen Charaktere mit guten Darstellern zu besetzen und dieser Aspekt wird bis in die kleinsten Nebenrollen nahezu perfekt bedient. Absolut herausragend sind dabei die beiden Hauptdarsteller Herbert Lom und der noch junge Udo Kier. Während der Erstgenannte ein perfektes Bild des eiskalten-und selbstgerechten Hexenjägers abgibt, spielt Kier den Zweifelnden Schüler mit einer sagenhaften Inbrunst. Eigentlich immer seinem charismatischen Meister folgend muss er mit der Zeit erkennen, das auch der Hexenjäger mit einer unglaublichen Willkür seine Urteile fällt. Weiter möchte ich auf die Thematik und die Abläufe nicht weiter eingehen, um niemandem die Spannung zu nehmen. Aber es lässt einen streckenweise schon stark erschauern wenn man sieht, das im Namen der Kirche lediglich persönliche Eitelkeiten und finanzielle Interessen im Vordergrund stehen, wegen denen unzählige Menschen aus Jux und Tollerei ihr Leben verlieren.

Im Endeffekt ist "Hexen bis aufs Blut gequält" auch nach nunmehr über vier Jahrzehnten immer noch ein Film, der im Laufe der Zeit rein gar nichts von seiner grausamen Faszination und seiner immensen Intensität eingebüßt hat. Wer dieses Werk einmal gesehen hat wird es nicht mehr so schnell vergessen, denn dafür ist der hinterlassene Eindruck viel zu nachhaltig. Die Härte und Kompromisslosigjeit, mit der einem hier die damalige Epoche näher gebracht wird ist das absolute Aushängeschild dieses Werkes. Erstklassiges Schauspiel und ein selbst für die heutige Zeit hoher Härtegrad sorgen dafür, das man selbst lange nach dem Ende des Filmes immer noch unter dessen Eindruck steht, den man erst einmal verarbeiten muss.


Fazit


Meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich hier um einen der besten Filme, der sich mit dem Thema der Hexenverfolgung befasst. Eine glänzend aufgelegte Darsteller-Riege, eine äußerst beklemmende Grundstimmung und etliche derbe Passagen hinterlassen einen glaubwürdigen Eindruck, lassen aber auch einen schalen Beigeschmack zurück.


9/10

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