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Sonntag, 25. Juni 2017

The Devil's Hand






The Devil's Hand
(Where the Devil Hides)
mit Alycia Debnam-Carey, Rufus Sewell, Thomas McDonell, Adelaide Kane, Leah Pipes, Ric Reitz, Jennifer Carpenter, Colm Meaney, Jim McKeny, Katie Garfield, Nicole Elliott, Ethan Alexander McGee, Jon Stafford
Regie: Christian E. Christiansen
Drehbuch: Karl Mueller
Kamera: Frank Godwin
Musik: Anton Sanko
FSK 16
USA / 2014

In dem kleinen Dorf New Betlehem gibt es eine unheimliche Prophezeiung. Der Teufel holt sich jedes Mädchen, das am sechsten Tag des sechsten Monats geboren wurde - und zwar am Abend vor ihrem 18. Geburtstag. In diesem Jahr trifft es gleich sechs Mädchen. Die Angst ist groß, als plötzlich das erste Mädchen verschwunden ist. Doch manche sind misstrauisch. Geht vielleicht ein verrückter Serienmörder um? Stecken die Dorfältesten dahinter? Oder ist es tatsächlich der Satan selbst, der sich die unschuldigen Jungfrauen holt?


Eine Prophezeiung, religiöser Fanatismus und zarte Elemente des Slashers sind die Hauptbestandteile des Werkes von Christian E. Christiansen, der mit seinem "The Devil's Hand" eine wirklich sehenswerte Mischung auf den Weg gebracht hat. Zwar ist das hier dargestellte Szenario nicht unbedingt neu, denn ähnlich gelagerte Filme konnte man schon des Öfteren begutachten, dennoch präsentiert sich eine durchgehend interessante Geschichte. Dabei entfaltet die Story insbesondere eine herrlich dichte Atmosphäre, denn die Abläufe gestalten sich äußerst geheimnisvoll und sogar ein wenig unheimlich. Das sorgt von Beginn an für Interesse beim Zuschauer, der hier auch ohne nennenswerte Härten durchaus auf seine Kosten kommen dürfte. Viel Blut oder exzessive Gewaltausbrüche sollte man keinesfalls erwarten, denn obwohl hier genügend Leute ihr Leben lassen müssen, werden die jeweiligen Tötungen lediglich kurz angedeutet. Dafür gestaltet sich die Suche nach dem ominösen Mörder sehr spannend und wartet am Ende sogar mit einer etwas überraschenden Auflösung auf, die man nicht unbedingt vorher sehen konnte.

Christiansen arbeitet hier mit den üblichen Zutaten eines Horrorfilms mit okkulter Thematik und würzt das Ganze zudem auch noch mit ein bisschen Sekten-Hintergrund. Im Mittelpunkt steht nämlich eine von der Aussenwelt abgeschirmte Gruppierung, die rein optisch anscheinend an die Amish angelehnt ist. Nach einem kurzen Blick in die Vergangenheit ganz zu Beginn macht das Geschehen sogleich einen Zeitsprung in die Gegenwart. Dabei wird man sofort in die richtige Stimmung für einen Film dieser Art versetzt, denn der Regisseur lässt von der ersten Minute an keinen Zweifel daran aufkommen, das eine religiöse Thematik im Fokus der Abläufe steht. Auch die für die Story wichtigen Figuren werden einem gut näher gebracht und die an dieser Stelle agierenden Schauspieler sorgen mit guten Leistungen dafür, das man auch ohne Probleme einen Bezug zu den Hauptfiguren herstellen kann. Besonders fallen dabei Alycia Debnam-Carey und Colm Meaney ins Auge des Betrachters, denn während Carey in der Rolle der jungen Mary zu überzeugen weiß, legt Meaney als Sekten-Oberhaupt eine glänzende Performance an den Tag. Zentraler Mittelpunkt der Ereignisse ist das sogenannte "Drommelkind", bei dem es sich laut einer Prophezeiung um die Reinkarnation des Satans handeln soll. Ganz egal wie man zu solchen Dingen wie Prophezeiung und Ähnlichem auch stehen mag, Christiansen ist es auf jeden Fall gelungen, die nötigen Zutaten zu einem funktionierenden Gesamtbild zusammen zu fügen, in dem auch noch ein wenig Platz für dezente Anleihen des Slashers ist. Zugegebenermaßen sind diese wirklich nicht sonderlich ausgeprägt, dennoch verleihen sie der ganzen Chose noch ein wenig mehr Dichte. 

Phasenweise fühlt man sich bei "The Devil's Hand" ganz unweigerlich an Shyamalan's "The Village" erinnert, denn Teile der Handlung weisen doch ähnliche Strukturen auf. Meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich allerdings bei vorliegendem Fall ganz klar um den besseren Film, wobei das sicherlich im Auge des Betrachters liegt. Prinzipiell ist das auch völlig egal, denn letztendlich bekommt der Zuschauer hier einen zwar unblutigen, dafür aber äußerst spannenden und gut umgesetzten Beitrag zu sehen, der durchgehend gut zu unterhalten weiß. Besonders gut haben mir die Passagen gefallen, in denen richtig gut auf den religiösen Fanatismus eingegangen wird. Das Ganze wirkt dabei recht authentisch, was insbesondere auch dem tollen Schauspiel eines glänzend aufgelegten Colm Meaney zu verdanken ist, der in seiner Rolle richtig aufgeht.

Letztendlich empfinde ich "The Devil's Hand" als angenehme Überraschung, denn ehrlich gesagt hatte ich keine sonderlich hohen Erwartungen an diesen Film. umso schöner ist es dann wenn man positiv überrascht wird, weshalb mich die eher negativen Kritiken im Netz auch etwas überraschen. Sicher, ein Meisterwerk wird nicht präsentiert, aber wenn man Filme mit der vorliegenden Thematik zu schätzen weiß wird man sehr gut bedient und bekommt knapp 90 Minuten spannende und atmosphärische Genrekost serviert.


Fazit:


Ein wenig mehr Horror hätte den Film noch mehr aufgewertet, aber auch die eher subtil in Erscheinung tretenden Elemente des Genres verstehen es, eine unheilvolle Grundstimmung zu erzeugen. Manch einem mag das eventuell zu wenig sein, aber auch ohne größere Härten lohnt sich "The Devil's Hand" allemal für eine Sichtung.


7/10

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